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Das Konzept der Neuen Autorität in der Schule STÄRKE statt Macht 8 | 9 Wer diese Vorgänge unbeteiligt beobachte, ohne sich dagegen zu stellen, unterstütze damit Unterdrückung und Mobbing. Die Schüler wurden eingeladen, sich gemeinsam mit den Lehrern wie auch den Eltern gegen diese Form von Gewalt zu stellen, indem sie Lehrpersonen oder ihren Eltern ihre Beobachtungen mitteilten. Diese würden sich wiederum gut vernetzen. Jenen, die sich nun in irgendeiner Form schuldig fühlten, wurde angeboten, durch eine Wiedergutmachung ihre Ehre wiederherzustellen und die Erwachsenen boten an, dabei unterstützend zu wirken. In der Klasse begann im Anschluss an die Stunde eine Diskussion. Obwohl keine Namen genannt wurden, war den Schülern bewusst, wer von der Situation hauptsächlich betroffen war. Manche reagierten David gegenüber reserviert, da sie sich von ihm verpetzt erlebten. Der Großteil aber war betroffen von der Klarheit der Erwachsenen, als sie die Vorgänge als eine Form von Gewalt bezeichneten und bemühte sich darum, David Unterstützung anzubieten und auch für ihn Partei zu ergreifen. Wochen später berichtete David seinen Eltern, dass ein Schüler aus dem engeren Kreis jener, die ihn ausgeschlossen hätten, ihm einen Gutschein für einen Musikladen geschenkt habe. Die Situation verbesserte sich Schritt für Schritt. Herr L. führte noch einige Gespräche mit der Klasse und einzelnen Schülern. Mit Rundmails informierte er die Eltern und Lehrpersonen der Klasse sowie die Direktion. Die Klasse zeigte sich überrascht, dass die Eltern immer auf dem Laufenden waren über die aktuellen Prozesse, wodurch die Vorgänge in der Schule auch zuhause öfters Thema wurden. Es entstand nach und nach in der Klasse, vor allem aber bei den Eltern und im Lehrerkollegium der Eindruck, dass schwierige Situationen gemeinsam gut gelöst werden können. Das gemeinsame Vorgehen stärkte den Dialog zwischen Eltern und Lehrern, aber auch innerhalb des Kollegiums. Herrn L. wurde von einigen Eltern rückgemeldet, dass sie froh über seine Behandlung des Problems seien. Er schützte auf diese Weise David, zudem auch alle anderen Schüler: potentiell betroffene, beobachtende und unterdrückende Schüler. Zudem schützte und stärkte das Vorgehen den Wert des Schutzes aller Beteiligten. Die Stellung des Klassenlehrers wurde ebenfalls sehr gestärkt.  Beispiel 2: Präsenter Schulausschluss Hanno (15) ist im letzten Schuljahr an seine jetzige Schule strafversetzt worden. Es gab zuvor einige Vorfälle von Gewalt und Auseinandersetzung, die er mit Mitschülern hatte. Der Schulleiter der jetzigen Schule hatte Kenntnis von diesen Vorfällen und dem Lehrer-Team von Hanno bei der Aufnahme


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