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Das Konzept der Neuen Autorität in der Schule STÄRKE statt Macht 6 | 7 Damit wird jede Vorgehensweise als kompetent und auf breiter Zustimmung stehend wahrgenommen. Dies führt zum einen zu sichtbarer Stärke der Verantwortlichen, die negative oder destruktive Reaktionen weniger wahrscheinlich werden lässt, zum anderes stärkt es die Präsenz der einzelnen Beteiligten als Team-Mitglieder und macht sie somit selbstwirksamer. Herstellen von Öffentlichkeit Öffentlichkeit schützt alle Beteiligten vor Eskalation, verpflichtet selbst zur Einhaltung der eigenen angekündigten Verhaltensweisen und Haltungen, erhöht also auch die Verbindlichkeit. Darüber hinaus bewirkt die Öffentlichkeitsarbeit eine positive Kraft gegenüber gewalttätigem und destruktivem Verhalten. In der Schule gibt es stets eine große Gruppe von Beobachtern unter Schülern, Lehrern und Eltern. Durch die Veröffentlichung des gemeinsamen Vorgehens der Verantwortlichen werden die positiven Handlungsanteile auch dieser Personen gestärkt und negative Reaktionen geschwächt. Zudem entsteht eine größere allgemeine Aufmerksamkeit, die mehr Schutz erzeugt. Die beiden Aspekte der Öffentlichkeit sind: Erzeugen von größtmöglicher Transparenz und Bekanntmachung der eigenen Position und Aktivitäten. Die Bekanntmachung legitimiert das Vorgehen und verdeutlicht die Entschiedenheit des Kollegiums. Eskalationsvorbeugung Der erste Schritt zur Eskalationsvorbeugung ist schon durch die Entschiedenheit der Leitung bzw. des Kollegiums und der Veröffentlichung des weiteren Vorgehens sowie der Verantwortungsübernahme gemacht. Gleichwohl tragen sowohl Zeugen für kritische Situationen, als auch beruhigende Gesten und Formulierungen dazu bei, dass einseitige Maßnahmen als deeskalierend erlebt werden. Dabei wird bewusst auf Zeit und Beharrlichkeit gesetzt. Die emotionale Erregbarkeit sollte abgeklungen sein („Schmiede das Eisen, wenn es kalt ist!“ H. Omer), die Entschiedenheit im eigenen Vorgehen sichtbar vorhanden sein. Das Schweigen und die Möglichkeit, weitere Lösungen zu vertagen, sind gerade unter den einseitigen Maßnahmen gute Möglichkeiten, selbst auf Provokationen zu reagieren. Demonstration Die Maßnahmen des „Gewaltfreien Widerstandes“ beginnen mit einer Ankündigung an alle Beteiligten, in der das Lehrer-Team öffentlich bekannt macht, wofür oder wogegen es sich einsetzt, dass es für den Schutz aller Beteiligten sorgen wird und welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Zudem werden Schritte durchgeführt, die die Position des Lehrerkollegiums sichtbar machen. Dies sind vor allem Maßnahmen der Erhöhung der Lehrer- und Eltern- Präsenz, beharrliches Auftreten, Verstärkung der gemeinsamen Anwesenheit und schweigender, gleichzeitig sorgenvoller Protest.


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