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zu müssen. Damit werden die Schüler ernstgenommen und erleben ein Zeichen der Kooperation. Dabei ist das schweigende Warten (Schweigendes Gespräch) des Lehrers Ausdruck seines Interesses, um gemeinsam mit dem Schüler eine Lösung finden zu können. Sanktionen, Drohungen, Einschüchterungen oder Monologe dienen nicht der konstruktiven Lösung, sondern der eigenen Entladung. In dieser Stufe des 2. Grades der „Wachsamen Sorge“ werden bereits kleine Ankündigungen bzw. Bekanntmachungen genutzt, z.B. die Mitteilung, dass aus Sorge die Eltern und/oder die Kollegen informiert werden. Die Herstellung einer wohlwollenden und zugleich notwendigen Öffentlichkeit bildet eine Haltung sowie ein Forum der gemeinsamen Fürsorge und Aufmerksamkeit. Einseitige Maßnahmen Stellen Lehrer (und möglicherweise auch Eltern) bzw. das dafür eingerichtete Gremium fest, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausgereicht haben und weitere Schritte notwendig sind, ist der 3. Grad der „Wachsamen Sorge“ erreicht. Dieser ist gekennzeichnet durch Schritte der Sorge und des Widerstands, die nicht mehr von der Zustimmung des Schülers abhängig gemacht werden. Zur Optimierung der einseitigen Aufsichtsmaßnahmen sehen wir folgende Bedingungen als erforderlich an, die an sich schon im 1. und 2. Grad der „Wachsamen Sorge“ eingerichtet worden sind: ■■ Emotionale und praktische Vorbereitung ■■ Aufbau eines Unterstützungssystems ■■ Herstellen von Öffentlichkeit ■■ Eskalationsvorbeugung ■■ Demonstration der Beziehung, der Sorge und des „Gegenübers“ Emotionale und praktische Vorbereitung Einseitige Maßnahmen im Rahmen der „Wachsamen Sorge“ sind wohlüberlegte und geplante Schritte. Sie sind nicht impulsiv, sondern drücken sich eher durch geduldige und fortwährende Bemühungen aus. Es geht nicht darum, das Kind zu „erschüttern“ oder durch ein massives Bedrängen eine sofortige und langfristig anhaltende Veränderung zu erwirken, sondern ein Netz aufzubauen, welches eher umfängt und Verstöße abdämpft. Mit Veränderungen im Verhalten des Kindes wird damit nur allmählich zu rechnen sein. Insofern ist zunächst eine Entschlossenheit und Entschiedenheit notwendig. Wenn dies gegeben ist, kann auch ein emotionaler Ausbruch oder vorübergehende Eskalation ausgehalten werden. Wir nennen dies eine „Stoßdämpferhaltung“. Aufbau eines Unterstützungssystems Ein Schul-Team wird aktiver wahrgenommen und es wird ihm mehr Vertrauen entgegen gebracht, wenn es seine Aktivitäten frühzeitig öffentlich macht und möglichst viele Beteiligte einbezieht (hier: Leitung, Kollegium, Eltern, Schülervertretung etc.).


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