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Das Konzept der Neuen Autorität in der Schule STÄRKE statt Macht 10 | 11 tere Vorgehen. So solle er für zunächst eine Woche vom Schulunterricht ausgeschlossen werden. In dieser Zeit wollten sich alle Beteiligten dafür einsetzen, dass er an der Schule bleiben könne. Hanno wurde motiviert, aktiv mitzuwirken. So würden ihm täglich die Hausaufgaben per E-Mail übermittelt werden, die er am nächsten Tag dann bei Übergabe der nächsten Aufgaben abgeben müsse. Zudem würden ihm die Inhalte der Stunden mitgeteilt, die er sich selbst erarbeiten müsse. Der Klassenlehrer sagte drei Telefonate und einen Besuch in dieser Zeit zu, um mit Hanno über sein Zutun zum Verbleib in der Schule sowie seine Rückkehr nach der Suspendierung zu sprechen. Dabei ging es vorrangig um das Entgegennehmen der Vorschläge von Hanno. Zu einer stattfindenden Klassenarbeit sollte Hanno von der Mutter in die Schule gefahren werden. Er sollte die Arbeiten im Zimmer des Schulleiters unter Anwesenheit von ihm oder einer Sekretariatskraft schreiben. Ihm wurde ebenfalls mitgeteilt, dass die Klasse über das Vorgehen informiert werden sollte. Gleichzeitig sollten dort Gespräche über die Vorfälle stattfinden, über deren Verlauf er informiert werden sollte. Ebenfalls sollten Besuche durch die Mitschüler motiviert werden. Zum Ausdruck ihrer Sorge und der eigenen Entschlossenheit schwiegen Eltern wie Lehrer für drei Minuten. Hanno nahm dies Sit-In schweigend entgegen. Die Klasse wurde am nächsten Morgen über das Vorgehen informiert. In der Zeit der Suspendierung erhielt Hanno von einigen Mitschülern Besuch, auch von einigen, die zuvor keinen Kontakt mit ihm gepflegt hatten. Am Tag seiner Rückkehr in die Klasse gab es vor dem Unterricht ein Versöhnungsgespräch zwischen den betroffenen Jugendlichen, welches der Klassenlehrer initiiert hatte. Bei der Rückkehr von Hanno erklärte der Klassenlehrer, dass für ihn das Vorgehen jetzt abgeschlossen sei und er auf ein gutes Miteinander achten wolle. Außerdem kündigte er an, dass alle Lehrkräfte sehr aufmerksam das Miteinander der Klasse beobachten wollten. Hier wurde das Vorgehen um Hanno beschrieben, es gab parallel auch eine Initiative im Umgang mit den beiden anderen Jugendlichen. Für das Schulkollegium war dies ein exemplarisches Beispiel, zumal sie in dem betroffenen Jahrgang eine Zunahme von Gewalt und Aggression wahrgenommen hatten. Beispiel 3: Schulabwesenheit Frau S. ist Klassenlehrerin der 7. Schulstufe. Ihr fiel auf, dass Lena immer öfter vom Unterricht fernblieb. Dies war kein ganz neues Verhalten: Frau S. hatte schon, seit sie Lena kennt, wahrgenommen, dass diese recht häufige Fehlzeiten hatte. Dies hatte nun ein Ausmaß angenommen, dass Frau S. entschied, der Sache genauer nachzugehen. Sie lud Lenas Mutter zu einem Gespräch ein und


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