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mitgeteilt. Insgesamt hat Hanno sich bisher zwar nicht offen aggressiv verhalten, er war aber doch in einige körperliche Auseinandersetzungen auf dem Schulhof verwickelt. Insgesamt schien er nur wenige Freunde zu haben. Nun kam es im Werkunterricht zu einer Provokation von zwei anderen Jungs in der Klasse, die ihn hänselten und in die Ecke drängten, als der Lehrer gerade an einer anderen Stelle beschäftigt war. Hanno griff zu einem Schraubenzieher und stieß kraftvoll und heftig in die Richtung der anderen beiden. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Der Werklehrer sah dies und griff sofort ein. Er holte den Schulleiter und sorgte dafür, dass die Eltern der drei Schüler informiert und sie zunächst nach Hause geschickt wurden. Noch am Mittag setzten sich der Schulleiter und der Werklehrer mit dem Klassenlehrer zusammen und überlegten das weitere Vorgehen. Durch die Beobachtung der anderen Schüler in der Klasse konnte ein ungefährer Ablauf rekonstruiert werden. Der Klassenlehrer telefonierte noch am Nachmittag mit Hanno und drückte seinen Wunsch für eine gute Lösung aus. Ebenfalls erfolgte eine Absprache mit den Eltern für den nächsten Tag. Außerdem wurde die Klasse am nächsten Morgen über die Einrichtung der Klassenkonferenz sowie dem bisher abgesprochenen Vorgehen durch den Klassenlehrer informiert. Am nächsten Tag wurde eine Klassenkonferenz abgehalten. Anwesend waren der Klassenlehrer, der Werklehrer, drei weitere Lehrer der Klassen und der Schulleiter. Außerdem waren Hanno und seine Eltern anwesend, um ihre Sicht der Dinge mitzuteilen. Der Schulleiter eröffnete die Konferenz und ging so vor, wie dies vorgegeben ist: Die Informationen wurden zusammengetragen, Hanno wurde dazu angehört, seine Eltern ebenfalls. Zudem empfahl der Schulleiter Hanno, dass er sich darüber äußern sollte, ob er an der Schule bleiben wolle oder ob er einen alternativen Wunsch habe. Hanno beschrieb vorwiegend die Provokation durch die beiden anderen, zeigte sich selbst wenig schuldbewusst, bat aber darum, an der Schule bleiben zu dürfen. Die Eltern drückten ihre große Sorge aus, dass Hanno bei einem Verweis ohne Schulabschluss bleiben würde. Sie wollten kooperativ mitwirken, damit dies abgewendet werden könne. In der Beratung der Vertreter des Kollegiums (ohne Hanno und seine Eltern) wurde ein Vorgehen vereinbart. Darüber wurden die Eltern informiert, sie stimmten dem Plan zu. Daraufhin wurde Hanno hineingerufen. Er saß in der Runde mit den Lehrkräften, hinter ihm vor dem Ausgang des Raumes seine Eltern. Der Schulleiter erklärte Hanno das wei


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